Gymnasium, NESSENTIAL, Leistungssport & das Leben als Teenager

Manchmal frage ich mich, wie das Leben vor dem Gymnasium war - ich kann mich kaum erinnern ehrlich gesagt. Dennoch - oder genau deswegen - bin ich froh, wenn das Ganze hier endlich vorbei ist. Die Zeit am Gymnasium hat locker & easy begonnen und endete für mich in der bis anhin härtesten Zeit meines Lebens. 

 

Ich kann mich noch gut an den 1. Schultag erinnern - die Klasse, die Lehrpersonen, der Stundenplan - alles war neu & aufregend. Die Sportklassenfenster ermöglichten die volle Konzentration auf den Spitzensport & nebenbei konnte eine solide, hochstehende Ausbildung realisiert werden. Ein sorgloses, lockeres Alltagsleben herrschte - die Schule war keine Hexerei, der Stundenplan war grandios & der Sport stand im Mittelpunkt. 

 

Wie es dazu kam, dass sich das Ganze änderte, ist wohl jedem klar. Ich bin selber schuld - das weiss ich. Dennoch ist es schwierig, wenn man sieht, dass am ausschlaggebenden Zeitpunkt keiner für dich da ist. Durch meinen Lebensstil und meine unternehmerischen Aktivitäten habe ich mir nicht nur Freunde gemacht. Ohne dies zu wollen, verspürte ich eine starke Polarisation in Bezug auf meine Persönlichkeit am Gymnasium Liestal. Man hasste oder liebte mich. Dies machte die Sache nicht leichter - zumal ich gewiss andere Probleme hatte. Während dem letzten Semester hatte ich zwei 100% Jobs zu erledigen. Die Aktivitäten in der NESSENTIAL AG lasten mich theoretisch gesehen voll aus - ich liebe meine Arbeit und die Tatsache, dass dies nach Vollenden des Gymnasiums meine hauptberufliche Aktivität darstellen sollte, motivierte mich noch mehr. Mehr Arbeit ergibt mehr Wachstum - mehr Wachstum ergibt mehr Umsatz - mehr Umsatz ergibt mehr Gewinn & so setzte ich mir das Ziel, noch vor dem Erreichen meines 20. Altersjahr meine ersten Immobilien zu erwerben, damit ich eine „Lebensversicherung“ haben würde & ein Studium nicht unbedingt von Nöten wäre. Dies verleitete mich dazu, mich 110% zu engagieren und mir den Arsch aufzureissen.  Ein florierender Onlineshop, ein frische eröffnetes Fitnessstudio & die 1. Filiale meines Food-Konzepts steht auf dem Masterplan - alles funktionierte & funktioniert nach wie vor bestens - ausser die Schule. 

Das Debakel begann mit meiner Maturarbeit, welche ich über die Thematik der Vermarktung der NESSENTIAL AG verfasste. Zu wenig theoretische Erläuterungen und Lücken im Theorieteil lautete das Fazit. Im Bewertungsbogen für meine Arbeit gab es eine Kategorie die lautete „Besonderes Engagement“ - ich erhielt 0 von 25 Punkten. Auch bei der Kategorie „Besondere Fähigkeiten“ ging ich leer aus. Dasselbe noch für die Kategorie „Besonderer Mut“. Schlussendlich erhielt ich eine 3.0. Die Tatsache, dass ich parallel zum Gymnasium eine millionenschwere Firma aus dem Nichts erschaffen habe & diese mit den in der Maturarbeit definierten Aspekten erfolgreich vermarktete, interessierte niemanden. Wenn ich Schweizermeister im Sackhüpfen geworden wäre oder einen Tierschutzverein gegründet hätte und diesen mit ähnlichem Erfolg geleitet hätte, würde ich wohl vom Rektor persönlich geehrte werden. So aber bin ich nur der böse Kapitalist, der mit seinem Mercedes in die Schule fährt & meint, was besseres zu sein. Diejenigen, die mich wirklich kennen, wissen, dass das absoluter Schwachsinn ist. Diejenigen, die sich jedoch nur auf das verlassen, was andere über mich berichten, dürften vermutlich ein ziemlich düsteres Bild von mir haben - was sich in der gesamten (!!) Lehrerschaft widerspiegelte. 

Ein Facebook-Beitrag auf meiner privaten Facebook-Seite sorgte die letzten Tagen für mässigen bis grösseren Tumult. Die Leute werfen mir vor, den Bettel aus reinem Egoismus und Arroganz weg zu werfen - keine einfache Situation für mich. Zudem wird mir vorgeworfen, anderen die Schuld zu geben und hinterhältig schlecht über sie zu reden. Dass Lehrer die letzten Noten des Semester, welche zuvor eigentlich schon gesetzt wurden, nach unten korrigieren, damit ich eine 3.74 im Durchschnitt habe, sieht niemand. Dass meine Entscheidung auf rationales Abwägen von Gegebenheiten zurückzuführen ist, scheint niemand zu interessieren, dabei lautet die simple Fragestellung lediglich „Ist es mir wert, einen Monat 100% Engagement für die Schule zu zeigen, dabei die Aktivitäten der NESSENTIAL AG zu vernachlässigen & zeitgleich das Risiko einzugehen, dass mir dennoch aufgrund Abneigung gegenüber meiner Person der Weg zur Matur verbaut wird?“ ..die simple Antwort lautet Nein. Nein - der Mehrwert einer bestandenen Matur, reduziert durch das Risiko eines Schiffbruchs, ist kleiner als derjenige, welcher ich durch einen Monat intensives Engagement für die NESSENTIAL AG erzielen kann. Wieso hat Shaqiri vom FC Basel zu Bayern München gewechselt, obwohl Basel mit 99% Wahrscheinlichkeit den Meistertitel holen würde? Ganz einfach - vielleicht wollte Xherdan die Champions League.... da hat auch niemand von den Opportunitätskosten, welche seitens Shaqiri aufgrund des Wechsel entstanden sind, geredet. Viele deklarieren mich als egoistischen, arroganten Kapitalisten, der sich feige von der Matur drückt & lieber in Ägypten am Strand „chillt“ - doch kennen mich diese Personen wirklich?

 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ich hinter meiner Entscheidung stehe und diese nicht bereue. Mit diesem Blog-Artikel möchte ich euch lediglich aus 1. Hand über die ganze Story informieren - that‘s it. 

 

Bei Fragen stehe ich euch jederzeit zur Verfügung. 

 

Bis bald

 

Matthias 

 

 

 

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  • Ehrlichkeit!

    Hoi Mätthu,
    seid ich Dich hier im FB kennen gelernt habe, verfolge ich Dich und lese Deine Berichte,
    Deine Eintragungen, Deine Erlebnisse und auch habe ich Dich schon mit vorsichtsmassnamen überschüttet.
    Ganz egal was Die Leute über Dich schreiben,denken oder sagen, Du bist Du und das hat ne Ladung Respekt verdient.
    Es gibt nicht viele Personen auf dieser Erde die eine genau vorstellung über Ihr Leben haben. Nicht viele setzen sich hin in Ihrer jungend und denken darüber nach ein Geschäft aufzubauen. Oder annähernt den Mut aufbringen sowas zu starten.
    Behalte Deinen Mut, Deine Kraft es zielstrebig weiter zu führen, aufzubauen und um voranzukommen.
    Und Mätthu, Eifersucht, Neid wird es immer geben. Ich wäre stolz gewessen vor 26-27 Jahren so einen massgeschneiderten Körper zu haben. Für mich zählte damals immer nur die reine Kraft und weniger wie ich ausgeschaut habe. Doch die Zeiten ändern sich.
    Nun ich freue mich schon auf Neue Berichte von Dir.
    Vieleicht bringst Du mal ein Bericht über falsche Ernährung und darüber das eine ausgewogene Ernährung es immer noch braucht, neben den Produkten die Du verkaufst. Sie sind natürlich auch wichtig aber eben nicht nur.
    Und sage den Jungen Menschen, das reine äusserliche Schönheit nicht durch 6 Monatiges Training zustande kommt und es dann mit unreinen Mittel versuchen. Ich denke über das sollte öffters mal ein Bericht geben, um über spätere folgen entgegen zu wirken. Nur alzu schnell geratet man heute an ilegales Zeug. Zumindest Sie warnen.
    Du selber hast das wo Du jetzt hast sicher nicht mit Doping auf die Beine gestellt.
    Oder ?
    Mit einem freundlichem Sportlichen Gruss
    Heinz