Fitness-Mythen - Falsch vermittelte Tatsachen der Werbeindustrie

Wenn ich schon nur die Worte "..aber mein Kollege sagte mir, dass..." oder "..aber im Internet habe ich gelesen, dass.." muss ich mich ganz schön beherrschen, dass ich mir vor Wut nicht eines an die Stirn schlage. Nachfolgende eine Liste mit den (dümmsten) Fitness-Mythen, die ich je gehört habe.

 

 

1. Mythos: Lange Trainingseinheiten bringen schnelleren Erfolg - FALSCH 

Um diese Aussage zu begründen muss man schon sehr fantasievoll und ahnungslos sein.  Es bringt absolut gar nichts, Tag für Tag mehrere Stunden im Fitnessstudio zu verbringen. Ich kenne viele Menschen, welche 2-3 Stunden Gewichte stemmen und dabei glauben, sie wären der Nachfolger von Arnie. Fakt ist, dass zu häufiges oder auch zu langes Training in Übertraining mündet, was schlussendlich mit Muskelabbau einher geht. 

45 Minuten Training, 3-4 Mal pro Woche, garantieren höhere Erfolge als jeden Tag wie ein Bekloppter 4 Stunden im Studio zu verbringen. Die Motivation und Konstanz im Laufe der Zeit sind weitaus wichtiger als die Trainingsdauer.

 

2. Mythos:Um Bauchfett weg zu bekommen, hilft intensives Bauchmuskel-Training - FALSCH

Es ist nicht möglich, durch spezifische Übungen an einer bestimmten Stelle abzunehmen. Die Reduzierung des Körperfettes wird durch eine Erhöhung der verbrauchten Kalorien im Vergleich zu den mit der Nahrung aufgenommenen erreicht. Dabei besitzen wir nur ein Stoffwechsel-System, was dazu führt, dass eine lokale Fettverbrennung schlicht und einfach nicht möglich ist.

 

3. Mythos:Häufiges Bauchmuskel-Training führt zu einem schönen, wohlgeformten Sixpack - FALSCH

Jeder Mensch besitzt ein Sixpack. Mit dieser Aussage habe ich mich schön öfters bloss gestellt - Fakt ist jedoch, dass wir alle ein Sixpack besitzen, jedoch ist dieses bei über 90% der Menschen unter eine Fettschicht versteckt, welche es nicht zum Vorschein bringt. Folglich ist es falsch bzw. unnötig, wie ein Irrer die Bauchmuskeln zu trainieren, damit man ein Sixpack bekommt. Bauchmuskeln können vom Volumen her nicht sonderlich gut vergrössert werden - wogegen der Körperfettanteil wesentlich relevanter ist! 

 

4. Mythos:Um abzunehmen, sollte man gänzlich Fett aus der Ernährung streichen - FALSCH

In einer gut ausgewogen Ernährung muss immer ein Anteil Fett beibehalten werden. Fette sind eine wichtige Energiequelle, transportieren einige wichtige Vitamine und tragen zur Zellbildung und zur Produktion von Hormonen bei. Um dauerhaft abzunehmen, muss der Kalorienverbrauch durch körperliche Aktivität erhöht werden und eine gemäßigte Kalorienzufuhr beibehalten werden. 
Was viele Menschen nicht wissen: Zucker (Kohlenhydrat) ist kein Bisschen besser als Fett! 

 

5. Mythos:Hohe Wiederholungszahlen für eine bessere Definition - FALSCH 

 

Ein weit verbreiteter Irrtum, der von vielen Kollegen der schreibenden Fitness-Zunft gern  auch an die weibliche Leserschaft vermittelt wird: „10-12 Wiederholungen sind für Muskelaufbau - 20 Wiederholung für Fettabbau/Definition“ Was für ein Schwachsinn. Um Fett abzubauen gilt es in erster Linie dafür zu sorgen, dass der Körper ein Kaloriendefizit aufweist. Wer zudem mit hohen Wiederholungszahlen trainiert, muss zudem meistens mit einem Gewicht arbeiten, welches zu leicht ist, um Muskelwachstum anzuregen. Gerade das ist aber ein wichtiger Faktor, wenn die Haut an den Oberarmen nicht mehr schwabbeln soll. Absolvieren Sie maximal 10-15 Wiederholungen und Sie sind auf dem richtigen Weg, einen austrainierten Look zu bekommen.

 

 

6. Mythos:Frauen wollen Muskeln straffen, nicht aufbauen - FALSCH 

Der größte Fehler den Frauen machen können ist es stundenlang aus dem Stepper zu stehen und das Hanteltraining zu scheuen, wie der Teufel das Weihwasser. Frauen wollen keine Muskeln aufbauen sonder den Körper straffen…somit wollen sie doch Muskeln aufbauen! Den Körper straffen heißt nichts anderes als den Körper durch Muskelaufbau fester zu machen, da Muskulatur nun mal festeres Gewebe ist, als Fett. Den Körper straffen gibt es somit nicht, sonder nur Muskeln aufbauen. Es wird wohl jedoch noch einige Zeit dauern bis Frauen mit dem Ziel des Muskelaufbaus das Training beginnen und nicht damit ihren Körper straffen zu wollen. 

 

7. Mythos:Trainings- und Ernährungspläne anderer Athleten kopieren bringt schnellen Erfolg - FALSCH 

Anfänger tun sich meistens schwer im Dschungel der Trainings- und Ernährungsthematik zu Recht zu finden. Natürlich kann man dies sehr gut nachvollziehen, da es einfach sehr schwer ist herauszufinden, welcher Weg denn nun der Richtige ist und wie ich mich ernähren und trainieren muss, um meinem persönlichen Ziel näher zu kommen. Ok, aber der größte Fehler ist es dann einen Trainings- und Ernährungsplan zu 100% kopieren zu wollen. Wenn wir beim Trainingsplan anfangen, geht es schon bei der Übungsauswahl los. Wenn jemand Kniebeugen macht ist das evtl. für ihn ok aber wenn dann eine andere Person anfängt deshalb auch Kniebeugen zu machen, kann das auch nach hinten losgehen. Kniebeugen haben einen sehr hohen technischen Anspruch, kann sie nicht gut ausgeführt werden, sollte sie nicht trainiert werden. Somit kann man sich schon bei der Übernahme von einzelnen Übungen eher Schaden als das man einen Nutzen davon hat. Die Trainingsaufteilung und das Volumen können auch zu viel des guten für einen Anfänger sein. Jemand der eine sehr gute Regeneration hat, kann evtl. zweimal die Woche Beine trainieren. Für jemanden der den ganzen Tag im Stehen arbeitet, wird das wohl zu viel sein. Die Trainingsaufteilung ist meistens genau an den Athleten angepasst und wurde vorher etliche Male verändert. Beim Ernährungsplan lassen sich genau so viele Beispiele finden, warum man einen Plan nicht einfach 1:1 übernimmt. Die Eiweißaufnahme eines Wettkampfbodybuilders kann in der Diät schon mal auf 3-4 g/kg ansteigen, ein Trainingsanfänger brauch höchstens 50% davon. Die gesamte Nahrungsaufnahme orientiert sich immer an den Kalorienverbrauch des Athleten. Daher würde es dann auch keinen Sinn machen 4000 Kalorien zu essen, wenn man nur 3500 Kalorien brauchen würde. Schlussendlich sollte man Trainings- und Ernährungspläne von erfolgreichen Athleten nicht einfach kopieren aber man kann sich Anreize holen um seinen eigenen und individuellen Plan anzupassen.

Anbei möchte ich auch zu all diesen „Programmen“ von bekannten Fitnesssportlern Stellung nehmen: Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber das ist  schlicht und einfach Geldverschwendung. Zahle nicht hunderte von Franken für ein Programm, welches gar nicht individuell auf dich abgestimmt ist, sonst passiert Dir das Selbe wie oben beschrieben. Nimm Dir lieber einen nicht so bekannten Sportler & frage Ihn, ob er sich etwas Zeit für dich nimmt und dir einen individuellen, auf deine Bedürfnisse angepassten Trainings- und Ernährungsplan erstellt. Ein 0815-Plan bringt Dir nen‘ scheiss, auch wenn der Typ, der ihn „geschrieben“ hat, weltberühmt ist. 

 

8. Mythos:„Ich bin zu alt, um mit Krafttraining anzufangen…“ - FALSCH 

Es ist richtig, dass die Hormonproduktion im Laufe der Jahre nachlässt und der Stoffwechsel sich verlangsamt. Damit verliert nicht nur die Fettverbrennung an Fahrt, auch der Muskelaufbau vollzieht sich langsamer. Genau hier liegt der offensichtliche Grund, weshalb auch mit fortgeschrittenem Alter trainiert werden sollte. Mit maßvollem, nachhaltigem Training werden Knochen, Herz, Lunge und Muskeln gestärkt und der körperliche Abbauprozess verzögert. Je älter man wird, desto wichtiger wird das Training nicht nur als sichtbares Anti-Aging, sondern auch zur Prävention von Unbeweglichkeit, Immunschwäche, Gewichts-, Cholesterinspiegel- und Herzproblemen sowie Osteoporose. Schlüssel zu einem erfolgreichen und motivierenden Training ist hierbei eine Anpassung der Trainingsziele an die eigene Altersgruppe.

 

9. Mythos:  Frauen müssen anders trainieren als Männer - FALSCH 

Der einzig relevante Unterschied zwischen Männern und Frauen besteht im Hormonspiegel. Während Männer einen höheren Testosteron-Spiegel aufweisen, ist bei Frauen ein höherer Östrogen-Spiegel die Regel. Das führt dazu, dass Männer häufig schneller Muskeln aufbauen und Fett bei beiden Geschlechtern in unterschiedlicher Form und Menge angesetzt wird. Auf das Training selbst hat dies jedoch keinen Einfluss. Auch variieren die genetischen Voraussetzungen zwischen einzelnen Sportlern so stark, dass pauschale Trainingsempfehlungen nach Geschlecht mit gutem Gewissen als Humbug abgetan werden können.

 

10. Mythos:Bodybuilding-Ernährung sollte nur aus Proteinen und Kohlenhydraten bestehen und kein Fett enthalten - FALSCH 

Ein zu hoher Körperfettanteil ist der natürliche Feind des Sportlers. Trotzdem ist ein kompletter Verzicht auf Fett nicht nur kontraproduktiv, sondern auch gefährlich. Alle drei Makronährstoffe (Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett) sind für den Körper wichtig. Um für ein hartes Krafttraining gerüstet zu sein, benötigt der Körper einen ausreichenden Vorrat dieser Nährstoffe. Besonders wichtig für Sportler sind ungesättigte Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6). Wer meint, diese Fette generell vom Speiseplan streichen zu müssen, handelt sich eine Reihe von Problemen ein. Insbesondere werden die körpereigene Hormonproduktion, der Energiehaushalt und die Bekämpfung von Infekten und Entzündungen gestört.

 

Ich hoffe, dass Du möglichst viel davon bereits wusstest - dennoch freue ich mich über jeden, welchem ich mit diesem Blog etwas helfen konnte. Zudem möchte ich sagen, dass dies meine Meinung ist. Diese hab ich mir über mehrere Jahre und viel Erfahrung angeeignet - wer es besser weiss, der soll dies glauben und für sich behalten. Wenn jemand detailierte Fragen hat, kann er sich gerne mittels Kontaktformular bei mir melden.

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